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ANGRY SAMOANS "inside my brain" LP

ANGRY SAMOANS
Art.Nr.:2022
Lieferzeit: 3-4 Tage

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Geschichtestunde :"Los ging es mit den ANGRY SAMOANS 1978, als in Los Angeles Punkrock gerade dabei war durchzustarten. Fünf magere weiße Kids aus San Fernando Valley gründeten eine eigene Band, die Garage-Rock machen wollte. Die beiden Gitarristen Mike Saunders und Gregg Turner hatten vorher bereits in einer anderen Band namens VOM gespielt, und das erste Line-Up wurde von Kevin Saunders, Mikes Bruder, an der Gitarre, Todd Homer am Bass und Bill Vockeroth an den Drums komplettiert. Als Bandname waren THE EIGEN VECTORS (ein mathematischer Ausdruck) oder THE EGYPTIANS im Gespräch, man entschied sich aber schließlich für ANGRY SAMOANS.

 

Das Tempo der Musik wurde bei einem Gig bei Rhino Records angezogen, als Kevin Saunders und Bill Vockeroth, beide völlig stoned, entschieden, daß es cool wäre schneller zu spielen, aber vergassen dies den anderen vorher zu sagen. Die anderen waren zuerst überrascht, aber dem Bassisten gefiel dieses schnellere Tempo immer besser, daher wurde es beibehalten.

 

1980 wurde die erste EP "Inside My Brain" auf dem Samoans-eigenen Label Bad Trip Records veröffentlicht, welche 1987 von PVC Records mit neuem Cover sowie Demo- und Livesongs aufgemotzt wiederveröffentlicht wurde. Die Songtexte waren alle ziemlich sarkastisch und provokativ gehalten, aber ein Lied sollte die ANGRY SAMOANS in eine Richtung drängen, in die sie gar nicht gehen wollten: "Get Off The Air". Der Text sollte eigentlich nur den Abscheu der Band gegenüber der Rockszene von Los Angeles zum Ausdruck bringen, verkörpert durch den DJ Rodney Bingenheimer, der für KROQ-FM arbeitete. Die Band haßte nicht einfach nur Los Angeles, sondern das, wofür es stand. Sie haßten die Leute, die sich mit der Rockszene, der Filmindustrie und so weiter arrangierten. Und dann war da halt dieser Kerl, der eine New Wave-Show im Radio hatte und ständig auf der Suche nach dem nächsten großen Ding war. Als das Lied entstand, war er ein leichtes Ziel, das nur darauf wartete beschossen zu werden. Die ANGRY SAMOANS hatten nichts gegen ihn persönlich, aber er stand für alles, was ihrer Meinung nach in und an L.A. krank war. Eigentlich rechnete die Band damit, daß Rodney Bingenheimer sagen würde "Hey, ein Lied über mich. Sie hassen was ich mache." - und dann würde er es in seiner Show spielen. Aber Rodney fühlte sich angemacht, spielte die beleidigte Leberwurst und die ANGRY SAMOANS wurden zu Aussätzigen erklärt.

 

Der Band war das eigentlich egal, aber man wunderte sich doch über die Auswirkungen des Liedes. Leute wie Lee Ving von FEAR kamen auf die Band zu und meinten, daß es keine so gute Idee gewesen sei Rodney zu beleidigen, weil er ihnen von nun an das Leben schwer machen würde. Die Samoans konnten sich aber nicht vorstellen, wie er das machen wollte. Sie hatten aber übersehen, daß er eine Art Symbol für viele Leute war. Die Musikszene brauchte Rodney, und Rodney brauchte die Musikszene. Viele Bands kamen auf die Samoans zu und meinten: "Wie konntet ihr Rodney das antun? Er hat soviel für die Szene getan." "Ach ja? Was denn?" war dann ihre Antwort. Die ganze Sache hatte schließlich zur Konsequenz, daß die Band in Los Angeles keine Konzerte mehr, also wich sie in die Vororte aus. In der Provinz gab es dann extrem gewalttätige Konzerte, bei denen sich die Leute richtig auf die Fresse schlugen, aber hier wurden die ANGRY SAMOANS wenigstens noch mit offenen Armen empfangen. Außerdem wollte die Vorortjugend extrem schnell gespielte Musik hören, Toleranz kannten sie nicht. Daher bekamen die Samoans hier eine Art Lehrstunde in musikalischem Darwinismus - schnell spielen oder sterben. Sie spielten schnell, und überlebten.

 

Die Samoans mußten sich aber entscheiden, ob sie weiter eine 60s-Garagenband oder doch lieber eine Punk- und Hardcoreband sein wollten. Sie entschieden sich das Tempo zu verdoppeln, später zu verdreifachen. Und je mehr sie dies taten, umso mehr wurden sie von den Kids in den Suburbs geliebt: sie wurden zu einer angesagten Band. "Und dann ging es los", erzählt Gregg Turner. "Wir waren nicht darauf vorbereitet, Selbst wenn wir in L.A. spielten, kamen nicht mehr als 40 bis 50 Leute zu unseren Shows. Wir fuhren dann nach Boston, nachdem unsere Punkscheibe rauskam, und da waren dann 2.000 Leute im Club, die jeden Song lauthals mitsangen. Wir konnten es nicht glauben."

 

1982 wurde dann die "Back From Samoa"-EP (auch 1987 mit Extrasongs von PVC wiederveröffentlicht) rausgebracht. Im gleichen Jahr kam unter dem Pseudonym QUEER PILLS eine 7" raus, auf der ältere Versionen von "Back From Samoa"-Songs drauf waren. Hier schlug sich das schnelle Tempo erstmals auf Platte nieder und Hits wie "Gas Chamber", "Lights Out" und "Steakknife" erblickten das Licht der Welt. Aber die Samoans hatten irgendwie keine Lust mehr vor marodierenden Punks aufzutreten und zogen sich zurück. Eine lange Ruhephase begann. 1984 fand man in Steve Drojensky endlich eine Ersatz für den schon lange ausgestiegenen Kevin Saunders. Vereinzelt wurden ein paar Gigs gespielt. Dann nahm Drummer Bill Vockeroth 1985 eine Auszeit, Mike Saunders zog nach Oakland und für ihn kam Jeff Dahl in die Band. Sein Gesangsstil passte aber irgendwie nicht zu den Samoans, und so war dieses Zwischenspiel bald wieder bendet. Metal Mike kehrte zurück, und mit einem Aushilfsdrummer wurden 1985 noch drei Gigs gespielt.

 

Erst mit ihrem ersten richtigen Plattenvertrag bei PVC/Jem Records kamen die Samoans wieder zusammen, und 1987 erschien die "Yesterday Started Tomorrow"-EP. Erstmals wurde auch das anfänglich geplante musikalische Konzept auf Platte gebannt, endlich wurden die Regler etwas zurückgedreht und Gregg Turner schaltete sein Fuzz-Gerät ein. Mit dem ersten Plattenvertrag kamen aber auch die ersten miesen Erfahrungen. Das Originalcover wurde gegen den Willen der Band nicht verwendet und sie bekamen die Mastertapes nicht zurück. Die ganzen Auseinandersetzungen zogen sich einige Zeit hin und kosteten die Band einen Haufen Geld. Als Krönung von alledem verstanden sich die einzelnen Bandmitglieder nicht mehr allzu gut. Streitereien gab es eigentlich von Anfang an und Mike und Kevin Saunders zankten sich oft während der Proben, aber während einer Tour quer durchs Land traten die Abneigungen offen zu Tage und die anschließenden Aufnahmen zu "STP Not LSD" waren so unerträglich, daß selbst Drummer Bill Vockeroth, der sanftmütigste und geduldigste von allen, später extrem genervt war. Er erinnert sich nur ungern an die Aufnahmen: "Was mir in Erinnerung kommt, ist das Geschrei während der Aufnahmen. Oder das Ausprobieren von sieben verschiedenen Verstärkern. Zu allem Überfluss haben wir in einem Acht-Spur-Studio aufgenommen. Ein Acht-Spur-Studio ist der Alptraum eines jeden Drummers. Für jede Spur brauchst du ein Mikrofon, ich brauchte vier für Trommeln und zwei für die Becken - blieben also zwei Spuren übrig. Mir wurden dann einfach zwei Drumspuren weggenommen. Da gehst du als Trommler ins Studio um den bestmöglichen Sound abzuliefern, und dann werden einfach zwei Spuren weggeschnitten, der blanke Horror. Aber das Album ist trotzdem gut geworden."

 

"STP Not LSD" ist in der Tat das vielleicht beste Samoans-Album. Endlich wurde das Konzept einer mutierten Garage-Band konsequent umgesetzt. Aber trotz des endlich erreichten Ziels stieg Gründungsmitglied Todd Homer aus. Für ihn kam der erst zwanzigjährige Scott Greer in die Band. Erstmals seit langem machten den anderen Konzerte wieder richtig Spass., doch Aufnahmen machten die Samoans aber keine mehr. 1991 kam es dann zum Eklat zwischen Mike Saunders und Gregg Turner. Von da an ging man getrennte Weg: Metal Mike brachte ein paar Solo-Sachen raus und Gregg Turner spielte fast nur noch zum Spass. Vor kurzem nun hat Metal Mike die ANGRY SAMOANS wiederbelebt, aber außer ihm ist nur noch Drummer Bill Vockeroth von der Originalbesetzung dabei...."

 

quelle: http://www.realmusic.de